Lesung und Gespräch mit der ukrainischen Lyrikerin und Essayistin Marjanna Kijanovs’ka
28.10.2026
Das Institut für Slavische Philologie der LMU München lädt herzlich ein zu
einer Lesung und einem Gespräch mit der ukrainischen Lyrikerin und Essayistin
Marjanna Kijanovs’ka (Маріанна Кіяновська)
WANN: Mittwoch, 28. Oktober 2026. 18 Uhr
WO: Raum E 318, Hauptgebäude der LMU, 3. Etage, Institut für Slavische Philologie
Die Veranstaltung findet auf Ukrainisch mit deutscher Konsekutivübersetzung statt.
Über die Autorin
Marjanna Kijanovs’ka gehört zu den markanten Stimmen der zeitgenössischen ukrainischen Literatur. Als Autorin war sie Teil des literarischen Aufbruchs der 1990er-Jahre und Mitglied der Autorinnengruppe TUHA (Товариство усамітнених графоманок – Gesellschaft der einsamen Grafomanninnen). Seither hat sie sich insbesondere als Lyrikerin und Essayistin einen Namen gemacht.
Ihr literarisches Schaffen ist eng mit der polnischen Kultur verbunden. Als Stipendiatin und Preisträgerin polnischer Institutionen sowie als Übersetzerin polnischer Literatur setzt sie sich intensiv mit dem literarischen Austausch zwischen der Ukraine und Polen auseinander. Darüber hinaus übersetzt sie aus dem Belarussischen und Russischen.
2011 gründete sie den unabhängigen Literaturpreis „Der große Igel“ (Великий Їжак), mit dem herausragende zeitgenössische ukrainischsprachige Kinderbücher ausgezeichnet werden.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Kijanovs’ka mit ihrem 2017 erschienenen Gedichtband Babyn Jar. Stimmen, der in deutscher Übersetzung von Claudia Dathe bei Suhrkamp sowie in englischer und weiteren Übersetzungen veröffentlicht wurde. In eindringlichen poetischen Stimmen erinnert sie an die Opfer des Massakers von Babyn Jar und setzt sich mit den historischen Traumata der Ukraine auseinander.
Babyn Jar. Stimmen bildet den ersten Teil einer Trilogie. Der zweite Band, Der Blitz begegnet Wind und Wasser (Блискавка зустрічає воду і вітер), erschien 2023 und widmet sich dem russischen Krieg gegen die Ukraine. Im dritten Band möchte die Autorin die verheerenden Auswirkungen des Krieges auf sämtliche Lebensbereiche und die Umwelt in den Blick nehmen.
„Marianna Kijanowskas Gedichte sprechen vom Schmerz der Vergangenheit – mit der Dringlichkeit der Gegenwart.“
— Polina Barskova