Slavische Philologie - Slavistik
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Antwort

Im Lauf ihrer Wanderungen aus den ursprünglichen Siedlungsgebieten kamen im 6. Jh. Slaven auch in den östlichen Alpenraum. Eines ihrer Zentren lag auf dem Gebiet des heutigen Kärnten. Das dort gegründete slavische Herzogtum Karantanien war zunächst relativ unabhängig, bis es im 8. Jh. zunehmend von den Avaren bedrängt wurde. In dieser Situation suchte der karantanische Herzog Borut Hilfe beim bayerischen Herzog Odilo. Als Preis dafür musste er Odilo seinen Sohn Gorazd und seinen Neffen Hotimir als Geiseln überlassen. Die beiden wurden auf der Fraueninsel im Chiemsee untergebracht und dort von iroschottischen Mönchen christlich erzogen. Mit ihrer Rückkehr nach Karantanien bereiteten Gorazd und Hotimir den Weg für die Christianisierung der ,Alpenslaven‘, auf deren Sprache sich das heutige Slovenische zurückführen lässt. Die abgebildete Tafel findet sich auf der Fraueninsel und ist dem Andenken an diese Anfänge der Christianisierung auf slovenischem Sprachgebiet gewidmet, die auch mit Unterstützung der Mönche vom Chiemsee erfolgte.

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