Slavische Philologie - Slavistik
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C. Niemand. Es sind Namen aus der deutschen Übersetzung eines Gedichts des russischen Autors Velimir Chlebnikov, der u. a. für seine sogenannten Wortwurzelgedichte bekannt ist. Solche Gedichte enthalten typischerweise eine Vielzahl von Neuschöpfungen, die meist von einem oder mehreren Wortstämmen abgeleitet sind. Welemir Chlebnikov war neben Vladimir Majakovskij ein Vertreter des russischen Futurismus – einer avantgardistischer Kunstbewegung, die sich in Europa besonders in den 1910er und 1920er Jahren verbreitete. Chlebnikov verwendet in seinen Gedichten häufig eine neue, universelle poetische Sprache namens „Zaum“ (etwa: ,jenseits des Verstands‘), die von seinem Dichterfreund Aleksej Kručenych erfunden wurde. Diese Sprache arbeitet mit bizarren Laut- und Silbenkombinationen, die insgesamt dennoch eine natürliche Sprache nachahmen. Obwohl es eine große Herausforderung ist, solche Gedichte zu übersetzen, wurde Chlebnikovs Werk in zahlreiche Sprachen übertragen – ins Deutsche zum Beispiel von Paul Celan:

Luftiger Luftold
Luchtiger als alle Luchten
Luftender als die Luftlinie
Sitziger Setzold
Gesetzter als alles Gesäß
Der Großgesetzelten Grötzer
Oldung gegoldeter
Holder Olderer
Gegoldetster Doller
Äsender Ätzling
Linglichster Aasmatz
Gesehlicher Sehnst
Sahrer Seherer
Sehsehrigster

 

MR


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