Antwort
Genau ein solcher Held ist Juraj Jánošík für die Slowaken. Viele Details seines Lebens sind bis heute ein Rätsel. Nach dem misslungenen Ständeaufstand (Rákóczi-Aufstand) gegen die Habsburger Anfang des 18. Jahrhunderts schloss er sich der kaiserlichen Armee an. Doch war es freiwillig oder erzwungen? Auf jeden Fall wurde er nach zweijährigem Dienst auf Bitte seiner Eltern entlassen und von seinem Komplizen Tomáš Uhorčík dazu eingeladen, Teil einer Waldräubergruppe zu werden. Die Gruppe war schließlich über zwei Jahre lang tätig. Sie überfiel einige wohlhabende Personen auf ihrem Weg durch die Wälder von Nord- und Westslowakei sowie teilweise auch Ostmähren, Schlesien (heute Tschechien) und der Legende nach auch in Podhale in Südpolen. Im Jahr 1713 wurde er jedoch gefangen und nach einem Gerichtsprozess zum Tode verurteilt. Die Legenden stellen ihn, ähnlich wie Robin Hood, als einen edlen Räuber dar, der den Reichen nahm und den Armen gab. Sicher war er kein Heiliger. Für manche Slowaken verkörpert er aber bis heute einen romantischen Nationalhelden, der gegen die Obrigkeit kämpft.
MR