Slavische Philologie - Slavistik
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II. Internationale virtuelle Ukrainistik-Konferenz - 8. Dezember 2011

Die Ukrainistik an der LMU bietet spannende Debatten und neue Forschungsergebnisse: Das öffentlichee Podium am 8. Dezember 2011 stellt die große Resonanz auf die II. Internationale Internetkonferenz vor.

Die Teilnehmer meinten es wirklich ernst mit dem Konferenztitel „Dialog der Sprachen – Dialog der Kulturen. Die Ukraine aus globaler Sicht.“ Noch intensiver als schon beim „Experiment“ im letzten Jahr haben meist jüngere Fachleute aus fünf Ländern vier Tage lang online debattiert. Nachdem die Teilnehmer vorab ihre Beiträge zu Fragen der ukrainischen Sprache, Literatur, Kultur oder Bildung eingereicht hatten, erhielten sie ab Mitte Oktober Zugang zu den Vorträgen der anderen und tauschten sich Anfang November über Themen aus, die die Vielfalt der Ukrainistik widerspiegeln. Manche Teilnehmer fanden die Beiträge von anderen so anregend und diskussionswürdig, dass sie bereits vor Konferenzbeginn mit dem Diskurs beginnen wollten.

Im Zentrum der vom Institut für Slavische Philologie der LMU und vom deutsch-ukrainischen Netzwerk „forumNET.Ukraine“ organisierten Veranstaltung stand naturgemäß die ukrainische Sprache in ihren Facetten als Gegenstand der Sprachwissenschaft, aber auch in ihrer politischen, sozialen und historischen Funktion in der heutigen Ukraine. Die übrigen Bereiche kamen nicht zu kurz – im Gegenteil: So diskutierten die Teilnehmer – dies war auch ein Ergebnis des Podiums zur Konferenz 2010 – über „Ukrainisch als Fremdsprache“, ein Thema, das vor allem von der Bildungspolitik der Ukraine noch entdeckt werden muss. Es ist einfacher, Ukrainisch zu lernen als man denkt, wenn man weiß, wo und mit welchem Lehrbuch. Und es war kein Zufall, dass Lehrbuchautorinnen und Fachleute sich lange ausgetauscht haben. Die Veranstalter werden dies aufgreifen und für gemeinsam anzugehende Projekte im deutsch-ukrainischen Verhältnis nutzen.

Gleiches gilt für Themen, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Dazu gehört auch der Beitrag von Oleksandr Ischtschenko vom Institut für ukrainische Sprache der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kyiv/Kiew, der mit „Stammt die ukrainische Sprache aus Afrika?“ von den Teilnehmern am besten bewertet wurde. Er wird beim Podium in München zugegen sein und seine Vorstellungen über die Herkunft von Sprache und ihren Bezug zum Ukrainischen vorstellen. Indem er auf die Herkunft von Sprachen generell einging und dies überzeugend und anregend darstellte, stieß er auf besonderes Interesse. Dies lässt für das Podium Anfang Dezember einiges erwarten.

Neben den 44 Teilnehmern und den 46 Beiträgen bestimmten 395 Kommentare maßgeblich das Bild der Online-Tagung. Hier rieben sich Thesen und Meinungen aneinander, und es war wiederum bemerkenswert zu sehen, das Ländergrenzen beim Chat keine Rolle spielten und man sich informierte und diskutierte. Dem Wunsch, die Kontakte der Beteiligten untereinander zu fördern und den Begriff „Netzwerk“ konkret zu machen, werden die Organisatoren entsprechen. Auch dazu werden auf der Podiumsveranstaltung am 8. Dezember 2011 in der LMU Erfahrungen aus der Praxis und Formen künftiger Zusammenarbeit präsentiert. Dabei dürften auch die über die Ukrainistik hinausgehenden Fragen aus Politik, Bildung und Wissenschaft sowie den bayerisch- bzw. deutsch-ukrainischen Beziehungen auf besondere Beachtung finden.

Dr. Olena Novikova, Peter Hilkes