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Interdisziplinäre Vortragsreihe „Vernetzte Räume. Zum Verhältnis von Literatur und Architektur“

19.04.2016 um 18:00 Uhr – 05.07.2016 um 18:00 Uhr

Wir möchten alle Interessenten auf die Interdisziplinäre Vortragsreihe „VERNETZTE RÄUME. Zum Verhältnis von Literatur und Architektur“ aufmerksam machen, die im Sommersemester dienstags von 18 Uhr s.t. bis 19.30 Uhr, im Raum A 014, Geschwister-Scholl-Platz 1, stattfindet.

Kurze Beschreibung der Veranstaltung:

Die Literatur unterhält komplexe und ausgezeichnete Beziehungen zur Architektur. Die Architektur kann als Text und der Text als architektonischer Raum der Imaginationen gelesen werden. Daher ist die Architektur – sowohl als Raumkunst und Entwurf gebauter Lebensformen als auch in ihrer urbanistischen Dimension verstanden – schon immer mehr oder weniger im literarischen Werk präsent.
Während die intermedialen Forschungen zum Verhältnis der Literatur zur Architektur sich zunächst auf die Modernität des urbanen Lebens und die Sinnhaftigkeit gebauter Zeichen konzentrierten, standen in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Wechselwirkungen von Literatur und Architektur vor allem atmosphärische, topographische und topologische Aspekte der Raumwahrnehmung und -erfahrung im Mittelpunkt des Interesses. Zurückzuführen ist dieses Interesse vor allem auf die aktuellen Debatten, die sich als Konsequenzen nach dem sogenannten spatial turn und dem nachfolgenden topographical turn in den Kulturwissenschaften für die Raumbeschreibung ergeben haben und nunmehr die Möglichkeiten topologischer Raumkonzepte austarieren. Raumtheorien, welche topologische Betrachtungsweisen herausstellen, erfordern einen relationalen Raumbegriff, der über das topographische Verständnis des Raums (z.B. realer, begrenzter oder kartographierter Raum) hinausgeht und Räume als ein „Geflecht von beweglichen Elementen“ (de Certeau) begreift. Es geht also um Prinzipien, die die Dynamik und die Produktion von Raum akzentuieren. Für die Literatur ergeben sich dadurch Perspektiven, die zwischen Nähe und Distanz bzw. zwischen Ein- und Ausschreibungen oszillieren. In den neuen intermedialen Untersuchungen, in der die Vielschichtigkeit der literarischen Konstruktionen von Räumen und die Konstituierung von Raumpoetiken im Zentrum stehen, werden literarische Texte als textuelle Topologien gelesen, die reale wie imaginierte architektonische und urbanistische Formen beschreiben oder – in einem weiteren Sinne – regionale und territoriale Räume gestalten.
In der interdisziplinären Vortragsreihe sollen sowohl die besonderen theoretischen Aspekte als auch die künstlerischen Formen der intermedialen Beziehungen von Literatur und Architektur dargestellt werden. Der Fokus der Vorträge ist einerseits auf die ost- und ostmitteleuropäischen Kulturen und Literaturen und andererseits auf die intermedialen Korrelationen im 20. und 21. Jahrhundert gerichtet; ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch Vorträge aus anderen philologischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen sowie aus der Architektur.

Filmreihe „Vernetzte Räume – Verletzte Träume. Eine imaginäre Geschichte osteuropäischer Metropolen“

Die Vortragsreihe wird von der Filmreihe „Vernetzte Räume – Verletzte Träume. Eine imaginäre Geschichte osteuropäischer Metropolen“ begleitet, die jeweils am Dienstag um 21:00 Uhr im Filmmuseum München, Sankt‐Jakobs‐Platz 1, stattfindet.

Eröffnung der Filmreihe: Dienstag, 12. April 2016, 19:00 Uhr mit einem Vortrag von Barbara Wurm (Berlin).

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