Slavische Philologie - Slavistik
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Lesung mit dem tschechischen Schriftsteller David Jan Žák

Erinnerung durch Fiktion. David Jan Žák und der König des Böhmerwaldes

20.10.2016 um 19:00 Uhr

Das Institut für Slavische Philologie lädt Sie ein zum Literaturabend mit David Jan Žák

ERINNERUNG DURCH FIKTION. DAVID JAN ŽÁK UND DER KÖNIG DES BÖHMERWALDES

Lesung (tsch. /engl. ) und Gespräch (dt. /tsch. ) am 20. Oktober 2016

Lässt sich ein Leben literarisch rekonstruieren? An welcher Stelle betritt die Biografie den Bereich der Belletristik? Und wie geht die Nachwelt mit den Leiden oder gar Verbrechen ihrer Vorfahren um? Darf sie sich damit auseinandersetzen? Muss sie das sogar?

Ein Abend mit dem tschechischen Schriftsteller David Jan Žák thematisiert diese und andere spannende Fragen. Žák wird aus seinem grenzüberschreitenden Bestseller Návrat krále Šumavy (CZ 2012, dt.: Die Rückkehr des Königs des Böhmerwaldes) lesen und Einsicht in dessen Entstehungsprozess geben.

Die abenteuerliche, fast krimiartige Geschichte spielt in den späten 1940er Jahren – nach der kommunistischen Machtergreifung in der Tschechoslowakei, aber noch bevor Stacheldraht das Land von seinen westlichen Nachbarn trennte. Es ist eine Zeit der Unsicherheit und des gegenseitigen Misstrauens, die bis heute noch umstritten ist. Im Mittelpunkt steht Josef Hasil, ein junger Polizist aus Südböhmen, der zum Fluchthelfer wurde und Dutzenden seiner Mitbürger den Weg durch den Böhmerwald nach Westen zeigte.

Žáks dritter Roman ist eine akribische, aber kunstvolle Nacherzählung eines bemerkenswerten Lebens. Gekonnt bewegt sich der Autor auf dem schmalen Grat zwischen Fakt und Fiktion und zeichnet dabei ein ganz anderes Bild der damaligen „Menschenschmuggler“ als im propagandistischen Film Král Šumavy (ČSSR 1959, dt.: Der König des Böhmerwaldes) verbreitet wurde.

Da noch keine Übersetzung des Romans vorliegt, wurden von Frances Jackson, Doktorandin der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, speziell für die Lesung Auszüge ins Englische übertragen.

In der Reihe „Auf den Spuren der Geschichte(n). Postsozialistische Erinnerungen in zeitgenössischen osteuropäischen Literaturen“ der Studiengruppe „Literatur – Narrativität – Diskurs“ der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien.

Moderation: Raoul Eshelman und Frances Jackson
Zeit: Donnerstag, 20.10.2016, 19 Uhr
Ort: Tschechisches Zentrum München, Prinzregentenstr. 7

Eintritt: frei

Veranstalter: Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, Tschechisches Zentrum München, Institut für Slavische Philologie